Projekt IcoN: Bericht I - Der Schlüssel und die Pforte

  • Henry atmete weiter in Zahlen, dannfolgte er Lioras Blick.

    "Das ist es", bestätigte er ihre Aussage. Dieses iconianische Portal sah wieder ganz anders aus als die beiden, die bereits von der Sternenflotte entdeckt worden waren. Es bestand aus einem symmetrischen Sechseck, dessen Ecken und Kantenmittelpunkte unregelmäßig verdickt und mit denselben Symbolen wie kurz zuvor in Daniels und Jones' Büro zu sehen gewesen waren, verziert. Nach innen hinein waren von den Ecken aus kleinere und größere Platten angebracht, die ebenfalls Schriftzeichen enthielten. Das Ganze stand auf einem Sockel aus grob gehauenem Stein (ich skizzier das bei Gelegenheit mal), welcher von Metallkristallen durchzogen war.

    "Wie wir es aktivieren haben wir noch nicht herausbekommen.

    Aber Was wir mit Sicherheit bisher sagen können ist, dass es noch mindestens ein weiteres geben muss. Nämlich das, durch das...die Borg gekommen sind.

    Wir vermuten, dass es aber ein ganzes Netzwerk davon über die ganze Galaxis verteilt geben könnte."

    Während Henry weiter laberte, vergaß er ein wenig den Schrecken der Borg. Er ließ Daniels Hand los und drückte sich an von Lahrenberg und Liora vorbei. Dabei deutete er auf die Seite des Portals.

    "Sehen sie hier diese Riefen? Die breiteren Metall- und Steinplatten könnten darin laufen. Sie sind offenbar beweglich, auch wenn wir noch nicht wissen, wie genau das abläuft. Aber ich bin mir sicher, dass die Iconianer ihr Benutzerhandbuch direkt auf dem Portal verewigt haben. Lösen wir das Problem mit den Zeichen, kriegen wir auch raus, wie wir es öffnen können."

    Henry mochte gar nicht daran denken, dass es die Borg offenbar geschafft hatten, ihr Portal zu öffnen. Dies legte den Schluss nahe, dass die Borg die Schriftzeichen bereits lesen konnten, oder nicht? Henry hatte allerdings die leise Hoffnung, dass dem nicht so war und das Portal der Borg ähnlich beschaffen war wie die bereits entdeckten und zerstörten Portale bisher. Das hier war etwas besonderes. Warum sonst sollten die Iconianer ausgerechnet und nur dieses Portal hier so....benutzungssicher....gestalten und alle anderen Portale nicht? Das musste einen Grund haben. Henry vermutete, dass dieses Portal das Hauptportal oder zumindest ein höher gestelltes Schlüsselportal oder so darstellte als die kleineren bisher entdeckten. Und er hoffte auch, dass die Borg kein solches Schlüsselportal ihrerseits hatten...

    "Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat."
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel)

  • Liora el-Ajala t'Yhene



    „Geht es ihnen besser?“, fragte Liora Henry, dabei versuchte sie ein freundliches Lächeln auf ihr Gesicht zu legen.

    Doch die Frage schien unnötig zu sein, denn Henry fing an, von dem Portal, vor dem sie standen, zu schwärmen. Liora konnte sich all dem auch nicht wirklich entziehen. Es war eine faszinierende, geheimnisvolle Technik, die noch niemand wirklich durchblickt hat, außer den Erbauern selber – und den Borg.

    Liora trat näher heran, sie konnte verstehen, warum Henry auf seine erklärte Art und Weise vorgehen wollte, das Geheimnis dieses Portals zu lüften. Er war Wissenschaftler. Sie jedoch war Ingenieurin und sah die Welt des Portals aus einem anderen Blickwinkel.


    „Wurden die einzelnen Elemente schon mal bewegt und dabei untersucht, in wie weit sie Schwingungen oder ähnliches abgeben? Daraus würden sich vielleicht Rückschlüsse schließen lassen, in welcher Art und Weise sie zusammengehören. Was ist über die Materialzusammensetzung der einzelnen Elemente bekannt? Wurden verschiedene verbaut und wenn ja, welche?“, Liora hatte noch einige Fragen, aber sie wollte es erst einmal dabei belassen.

  • Der Raum, in dem sich das Portal befand, war weitgehend frei von Borg-Technologie, verglich man ihn mit dem Rest der iconianischen Anlage. Die einzigen, nichtsdestoweniger unübersehbaren Hinweise auf den Einfluss der kybernetisch verbesserten Lebensformen bildeten einige verlassene Alkoven an den Wänden, ein paar wuchernde Schalttafeln und Kontrollknoten, die sich mit dem Portal verbunden hatten, sowie ein Kegel mit verschiedenen Borg-Konsolen, der neben dem Durchbruch stand, welcher - wie Hans wusste - in den 'Kontrollraum' des Portals führte. Ob dieser Raum tatsächlich das Portal steuerte, würde sich noch zeigen müssen, aber Hans fand die Vermutung der Technoarchäolog:innen durchaus plausibel.

    Eine kleine Schar von Wissenschaftler:innen unterschiedlichster Herkunft hatte sich um Henry gestellt, um ihm zuzuhören, da Hans offensichtlich keine großen Erklärungen zu den Befunden zu machen gedachte. Auch der Direktor wollte sich eigentlich den Ausführungen des menschlichen Archäologen hingeben, als eine Bewegung im Augenwinkel seine Aufmerksamkeit ablenkte: Zwei Bynare, die Hans' eher unbewusst als 00110 und 11001 identifizierte, hatten sich auf den Borg-Kegel zubewegt und schienen nun aufgeregt an den Zungangsports an ihren Hüften zu tippen. Er wollte sie erst stoppen, doch dann hatte er einen anderen Gedanken.

    Er ging entspannt um die Gruppe herum und suchte die Nähe von Liora und Dr. Daniels, die er möglichst dezent auf die bynaren Computerwissenschaftler hinwies.

    "Was meinen Sie beide... könnte der Borg-Zugangskern eventuell eine Art... 'Rosetta-Stein' für die iconianischen Systeme sein?"

  • Liora el-Ajala t'Yhene



    Liora wandte sich von Lahrenberg zu, als dieser sie und Daniels angesprochen hatte. Sie überlegte einen Moment und beobachtete dabei die zwei Bynare, die eifrig am arbeiten waren.


    „Ich denke, wenn, dann wohl eher unvollständig. Aber es könnte hilfreich sein und uns vielleicht eine Richtung weisen. Außer, die Borg verfügten über eine 1:1 Übersetzung, was ich bezweifel. Dann könnten wir uns auf diese Daten verlassen. Ich würde sie mit Vorsicht genießen und sie als Orientierung nehmen.“, beantwortete sie die Frage von von Lahrenberg.

    „Wir sollten uns aber nicht täuschen lassen. Wir wissen nicht, ob die Borg, als sie bemerkten, dass sie angegriffen werden, Manipulationen vorgenommen haben.“, da kam wohl die Skepsis der Romulaner in ihr hoch.

  • "Ja, ich denke, Sie dürften mit Ihrer Einschätzung Recht haben, Liora. Auch, wenn ich ehrlicherweise Zweifel daran hege, dass die Borg bewusst 'falsche' Informationen hinterlassen haben. Bisher wären sie meiner Erfahrung nach zumindest nicht durch überbordende Hinterlist aufgefallen. Gleichwohl ist es sicherlich klug, die Informationen möglichst durch unabhängige Wege zu kreuzvalidieren. Aber gut, Liora, würden Sie sich darum kümmern, dass die Datenbanken der Borg einen kompletten Download erfahren, damit wir die Informationen hier vorliegen haben auch über den Abtransport der Technik hinaus? Ich werde mich mal mit der Sternenflotte in Verbindung setzen und eine Übersetzungmatrix anfordern, am Besten sogar mit einer* Xenolinguist*in. Ich vermute, dass die Föderation durch die Voyager Wissensvorsprung vor den anderen hat. Aber wenn Sie noch jemanden wissen, sagen Sie bitte Bescheid."

    Noch einmal lies Hans seinen Blick durch die Halle schweifen und fragte sich, was wohl für Mysterien und Wunder hinter dem leeren Portalring warten mochten.

  • Liora el-Ajala t'Yhene



    „Ich meinte damit auch nicht, dass sie falsche Information hinterlassen haben, sondern eher einzelne Elemente eventuell gelöscht haben. Somit wären Lücken vorhanden, das Bild nicht mehr vollständig oder eben der Text, wenn bei dem Stein von Rosetta bleiben wollen.“, erklärte sie ihre Ausführung.

    Dann nickte sie: „Ich werde mich um die Datenbanken kümmern und gleichzeitig versuchen heraus zu bekommen, ob in letzter Zeit Veränderungen an der Datenbank vorgenommen wurden. Das kann allerdings ein wenig Zeit in Anspruch nehmen.

    Was den Xenolinguisten betrifft, ich werde darüber nachdenken, ob ich einen fähigen kenne.“, sie nickte von Lahrenberg zu und wandte ihren Blick ein weiteres Mal zum Portal. Es gab wenig Dinge, die sie wirklich, aus tiefen Herzen faszinierten. Das Portal gehörte ab heute definitiv dazu.

  • Henry hatte nicht zugehört, was von Lahrenberg und Liora untereinander ausgetauscht hatten. Das Reden und Erklären hatten ihn abgelenkt-auch von den Borg. Bei Lioras letzten Worten war er verstummt und registrierte daher ihren letzten Satz.

    "Wozu brauchen wir nochmal einen weiteren Xenolinguisten, wenn wir mehr oder weniger welche davon hier haben?" fragte er und deutete dabei auf Daniels und sich selbst.

    "Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat."
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel)

  • <<<<Zeitsprung: Die Besichtigung des Tors war seit 4 Tagen vorbei. Die Wissenschaftler, Techniker usw. bereiteten sich alle vor, um endlich mit ihrer eigentlichen Arbeit anzufangen, dem Tor. Zuvor war die Borgtechnologie unter die Lupe genommen worden.

    Hans von Lahrenberg befand sich momentan fast durchgängig in irgendwelchen wichtigen Besprechungen mit Regierungen, Stadtverwaltung oder dem Gesundheitsamt und hatte wenig Zeit für die Wissenschaftler an sich. Aber diese kamen auch ohne ihn zurecht, mal mehr, mal weniger ;) >>>>


    Henry Jones/Dr. Ketz'lar


    Henry hing in seinem Büro herum und lümmelte auf dem grünen Ungeheuer von einer Couch herum, irgendwelche xenolinguistischen Abhandlungen über die Borg lesend, um sich ein wenig in Lioras angesprochenes Problem nebenher einzuarbeiten. Er war einmal Exolinguist gewesen, bevor er notgedrungen auf mittelalterliche Konstruktion verschiedener Welten umschwenken musste. Und er hatte das immer noch drauf, wie er in letzter Zeit bewiesen hatte. Gott, es war so befreiend, wieder in seiner alten Profession agieren zu können, auch wenn ihn viele eher als Greenhorn oder Newbie in diesem Bereich betrachteten.

    Liora traute es ihm jedenfalls nicht zu. Zumindest war das sein Eindruck. Daniels wiederum schon, glaubte er.

    Nun, es war auch egal. Er würde sein Bestes geben. Und auch wenn ihn die Schreibsymbole mehr interessierten, hatte die Romulanerin durchaus einen wichtigen Aspekt getroffen mit ihrer Überlegung, dass das Tor eventuell gesichert war, bzw. dass man über sie das Tor in Betrieb nehmen könnte.

    Henry hatte plötzlich das dringende Bedürfnis nach Bewegung und Kaffee. Er schnippte die Unterlagen neben sich auf die Couch und stand auf. Spontan dachte er an Nivel Alan und dessen Kaffeemanie. Nivel würde wohl nur ungern das Gesöff hier Kaffee nennen, das hier in Massen unter die Leute gebracht wurde. Egal. Er begab sich in den Raum, in dem die Kaffeequelle stand und machte sich am Replikator zu schaffen. Er ließ nicht nur eine Tasse heraus sondern stellte ein ganzes Tablett davon zusammen, nahm es mit und klapperte die Leute ab, deren Büros auf dem Rückweg zu seinem lag.

    Wie er mitbekommen hatte, war die fehlende klingonische Leitung heute ebenfalls eingetroffen. Auf seinem Kaffespur legenden Weg war das auch nicht zu überhören. Auf dem Gang stieß er fast mit einer Klingonin zusammen, die darazfhin die Zähne fletschte.

    "Dr. Ketz'lar, nehme ich an? Henry Jones, Teil der Föderationsabteilung", grüßte er sie daraufhin. "Ich würde Ihnen ja die Hand geben, allerdings...sie sehen ja, die ist voll. Aber ich kann Ihnen statt dessen einen Kaffee anbieten, wenn sie wollen", versuchte er es.

    "Einen Kaffee? Ich dachte, sie sind Wissenschaftler und keine....Sekretärin? Ich glaube, so nennt man doch jemanden, der Kaffee bringt auf der Erde, nicht wahr?" konterte sie.

    "Diese Zeiten sind schon lange vorbei und gehören der Vergangenheit an, Dr. Ketz'lar.

    Die Wahrheit ist, dass ich ab und an ein wenig Ablenkung benötige. Und es gibt schlimmeres, als als Kaffeefee verschrien zu sein. Danach kann man sich wieder besser auf das Wesentliche konzentrieren und vor allem knüpft man dabei auch Kontakte.

    Wenn Sie also einen Kaffe wollen nehmen Sie sich einen. Und Willkommen auf Regulus II bei diesem Projekt, Ma'am. Ich muss weiter, sonst wird das Zeug kalt."

    Stumm nahm sich die Klingonin eine Tasse, murmelte ein Danke und verfolgte Henrys Rückzug mit einem eher kalten Blick, ehe sie weiter ihre Leute im klingonischen Befehlston herumscheuchte. Was sie von diesem Menschen halten sollte, war ihr noch nicht klar.

    Henry indes schlappte mit seinem Tablett weiter, klopfte kurz bei Liora an und steckte dann seinen Kopf in ihr Büro.

    "Kaffee?" fragte er fröhlich.

    "Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat."
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel)

  • Liora el-Ajala t'Yhene


    Es bereitete Liora Freude, sich mit dem Portal auseinander zu setzen, ihm seine Geheimnisse zu entlocken und es zu verstehen. Doch letzteres war bisher noch schwierig.

    Anstrengend hingegen war die eigene Regierung, die immer wieder nach dem aktuellen Stand fragte. Was sollten sie schon in 4 Tagen heraus bekommen haben?

    Bei allem Respekt, den Liora vor ihren Vorgesetzten hatte, aber sie machten hier alle keinen Spaziergang, es war harte Arbeit.

    Sie war erstaunt darüber, wie gut die interdisziplinäre Zusammenarbeit funktionierte. So ganz hatte sie dem Projekt nicht getraut, aber so langsam hatte es den Anschein, dass hier wirklich etwas geschaffen werden konnte. Und den anderen Beteiligten näherte sie sich auch, ganz langsam an.


    Wie abgemacht, hatte sie sich um die Datenbanken, die die Borg hinterlassen hatten gekümmert. Sie hatten in der Tat einiges gelöscht, aber wie man ja weiß, löschen heißt nicht gleich löschen. Es waren noch immer Fragmente der gelöschten Dateien vorhanden, die es galt zu reaktivieren. Das konnte der Computer selbständig erledigen, sie wollte sich etwas anderem, viel interessanterem widmen. Dazu hörte sie laute romulanische Musik. Die half ihr, sich zu konzentrieren und ihre Gedanken fließen zu lassen.


    Daher bekam sie auch nicht im ersten Moment mit, dass jemand geklopft hatte. Erst als sich die Tür öffnete und Henry hinein sah, registrierte sie ihn. Und das, wo sie doch so gute Ohren hatte!

    „Computer, Musik aus!“, dann sah sie zu Henry. Zunächst noch mit strenger Miene, doch ihre Gesichtszüge wurden sogleich etwas weiter. Sie war bemüht, keine allzu abweisende Haltung an den Tag zu legen, doch das war nicht so einfach.

    „Sagten sie Kaffee?“, fragte sie vorsichtshalber und leicht irritiert nach. „Suchen sie jemanden, der Kaffee heißt oder wollen sie selbigen trinken.“, sie hatte das Tablett zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen und sie war zu sehr in ihre Arbeit vertieft gewesen, dass sie ihre Gedanken erst ein mal ordnen mußte. Sie sah ihn noch einen Moment lang an, ehe sie weitersprach.

    „In der Tür stehen ist sicherlich nicht sehr bequem, kommen sie doch bitte herein!“, bot sie Henry an.

  • Henry Jones


    Henry versuchte, ein Lachen zu unterdrücken, aber es gelang ihm nicht wirklich. Er drückte nach ihrer Aufforderung die Tür etwas weiter auf, so dass auch das Tablett mit mehreren Tassen darauf in Sicht kam.

    „Weder noch. Ich bringe ihnen Kaffee- falls sie einen wollen. Und okay, was auf dem Tablett so übrig bleibt, werde ich dann auch trinken.“

    Er schob das Tablett zwischen sich und ihren Schreibtisch und stellte es an einer Ecke halb darauf ab.

    „Ich könnte Ihnen Dr. Daniels Lieblingstasse anbieten, das ist die zweite von Rechts. Noch ist sie da. Wollen Sie?“ grinste er und zeigte auf eine davon. Es machte ihm Spaß, Daniels diesbezüglich ein wenig zu ärgern und schaute Liora erwartungsvoll an.

    „Was war das für Musik, die Sie da gehört haben?“, fragte er dann, um irgendwie ein wenig Small Talk auf die Reihe zu bringen.

    Brauchen Sie eigentlich noch Hilfe bei der Sache mit der Borglinguistik?“, Schob er noch hinterher.

    "Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat."
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel)

  • Liora el-Ajala t'Yhene



    Liora zog ihre Augenbrauen hoch. „Oh.. ich verstehe.“, sprach sie, nachdem sie das Tablett mit dem Kaffee auf Henrys Händen gesehen hatte.

    „Sie bringen mir Kaffee?“, noch ein mal zog Liora ihre Augenbrauen hoch. Damit hätte sie nicht gerechnet. Kurz übermannte sie ihre Skepsis. Was wollte Henry von ihr, dass er Kaffee vorbei brachte? Hatte er irgendetwas vor? Wollte er sie... Und warum bot er ausgerechnet die Tasse von Daniels an?

    Sie setzte sich selber einen Gedankenstop und versuchte ein Lächeln.

    „Nein, danke. An Kaffee kann ich mich nicht gewöhnen. Es ist ein sehr merkwürdiges Getränk. Ich bin... angetan davon, dass sie hier vorbei gekommen sind.“, sie deutete auf den Stuhl ihr gegenüber.

    „Bitte setzen sie sich. Für eine Tasse Kaffee ist doch immer Zeit, nicht wahr? Ich ziehe jedoch etwas anderes vor.“, sie ging zum Replikator und holte sich ein Getränk, um sich dann selber wieder zu setzen.

    „Das war romulanische Musik. Etwas düster, wurde mir schon gesagt, aber ich kann mich dabei sehr gut konzentrieren.“, sie war überrascht, dass Henry danach fragte. Warum stellte er diese Frage?

    ### Schluß jetzt, geht vom Positiven aus! ###

    „Was tun sie, um sich konzentrieren zu können?“, fragte sie nach, ebenfalls an ein wenig Small tTalk bemüht.


    „Die Borglinguistik... um die habe ich mich gar nicht weiter gekümmert. Ich bin davon ausgegangen, dass Herr von Lahrenberg dies übernimmt.“, gestand sie Henry.

    „Ich habe die Datenbanken gesichert und der Computer ist gerade dabei, die fehlenden Fragmente, die gelöscht wurden, wieder her zustellen.

    Ich habe den Eindruck, sie interessiert dieses Gebiet sehr? Möchten sie sich die bisherigen Ergebnisse ansehen?“, fragte sie nach.

    „Ich habe aber noch eine andere Entdeckung gemacht. Als ich da Portal scannte, gab es an einigen Stellen sehr schwache Ausschläge. Kaum erkennbar, aber wenn man die Aufzeichnungen vergrößert, sieht man sie. Ich bin am überlegen, was dies zu bedeuten hat, bin aber noch zu keinem Ergebnis gekommen.“

  • Henry Jones



    Henry lächelte.

    "Ja, ich bringe Ihnen Kaffe, genau. Wenn Sie denn einen wollen", meinte er und folgte dann ihrem Angebot, sich zu setzen. Er fragte sich, was sie dann trank, wenn es kein Kaffee war, damit er das das nächste Mal einfach einpacken könnte und schielte verdtohlen auf den Inhalt der Tasse die sie sich aus dem Replikator herausgelassen hatte.

    "Tja, so wie sie bei Musik entspannen können, so brauchte ich auch eine kleine Abwechslung von der Arbeit. Also habe ich mir gedacht, ich hole Kaffee. Und damit andere auch was davon haben,bringe ich meinen Kollegen einfach einen mit. Außerdem tut ein wenig verbaler Austausch auch immer gut.", erklärte er ihr dann.

    "Ich meine, wenn man den Fokus ab und an zu sehr auf eine Sache richtet kommt man oft nicht weiter. Tut man dann etwas ganz anderes, kommt oft der vorher so lang ersehnte Geistesblitz. Wobei das Herumlungern auf meiner Denkcouch oft auch schon hilft." Er machte eine kleine Pause und kratzte sich hinterm Ohr, was aber das auf der Ecke balancierende Tablett bedrohlich schwanken ließ. Er griff schnell danach, bevor sich die Tassen darauf verselbstständigten.

    "Die dritte Seite ist übrigens eingetroffen. Ich meine damit Dr. Ketz'lar und ihr Stab."

    Erst als er es ausgesprochem hatte dachte er daran, dass sie diese Info nicht sonderlich gut finden würde als Romulanerin und er mal wieder ein Fettnäpfchen gefunden hatte und voll reingetreten war.

    Er versuchte den Faux pas mit einem Räuspern zu überdecken und schwenkte direkt auf die Sache mit der Linguistik um.

    "Ääähm, ja, in der Tat. Ich habe diesbezüglich wohl ein kleines Faible entwickelt, seit ich auf Regulus VII mit der Steintafel zu tun hatte. Ich habe festgestellt, dass ich ein Talent für Sprachen habe. Ungenutztes Potential sollte man nutzbar machen, nicht wahr?

    Ich würde sehr gern einen Blick auf die Borgsache werfen. Vielleicht finde ich ja was, wer weiß."

    Er dachte über ihre Entdeckung nach.

    "Energetische Ausschläge, ähnlich wie Lichtblitze zwischen zwei Zellen? Vielleicht kommunizierendie Portalteile so miteinander? Oder es steht sozusagen auf Standby oder so. Die Klingonen sind glaube ich für die technische Seite des Projekts zuständig, vielleicht kann Ihnen da eher Dr. Ketz'lar helfen", meinte er dann schlicht. Diesmal fiel ihm nicht auf, dass er das böse K-Wort ihr gegenüber ausgesprochen hatte.

    "Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat."
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel)

  • Liora el-Ajala t'Yhene



    Liora entging nicht der Blick von Henry in ihr Getränk hinein: „Korthrebeerentee“, erläuterte sie ungefragt. „Möchten sie eine Tasse probieren? Es ist ein Fruchttee aus getrockneten Beeren und Blättern der Korthrebeere. Aber glauben sie mir, es ist nicht ein einfacher Fruchttee, wie die irdischen Fruchttees, die nun ja... eigentlich nur Wasser sind mit sehr wenig Geschmack und noch weniger Inhaltsstoffen.“, da Liora noch keinen Schluck aus ihrer Tasse genommen hatte, hielt sie diese Henry hin.

    Sie mochte dieses Getränk, dass beim ersten Schluck etwas bitter schmeckte, dann aber süßer wurde. Und es war ein sehr gutes Getränk für lange Nächte, an denen man arbeiten mußte, ohne müde zu werden. Aber vielen nicht Romulanern schmeckte es nicht.

    „Aber wenn sie probieren, dann sollten sie sich vom ersten Schluck nicht täuschen lassen.“, warnte sie vor.

    „Ich habe sie nicht für jemanden gehalten, der sich um soziale Kontakte kümmert.“, sprach Liora frei heraus. „Eher für jemanden, der für sich Kämpft und den Erfolg will.“, ihre Stimme war ruhig, ihre Augen fixierten dennoch ihren Gegenüber.

    Dann sprach Henry Dr. Ketz'lar an und kurz verengten sich die Augen von Liora. Aber sie war professionell genug, persönliche Abneigungen hinten anstellen zu können. Sie war nicht hier, um Freundschaften zu schließen, sondern um effektiv zu arbeiten und ihrem Volk Ehre zu erweisen, in dem sie hier mitarbeitete. Davon abgesehen war ihr dieses Projekt auch selber zu wichtig, um es auf irgendeine Art und Weise zu gefährden.

    So weit es ging, würde sie Dr. Ketz'lar aus dem Weg gehen, so würden wohl beide Seiten Konflikten entgegenwirken.

    So eine Ressource sollte man wahrlich nicht verkümmern lassen. Wir können uns gerne die Daten gemeinsam ansehen. Micht interessiert ebenfalls, was sich dahinter verbirgt.“, stimmte sie Henry zu.

    „Nein, die Ausschläge waren eher wie... Herztöne. Als hätte jedes Element seinen eigenen Herzschlag.“, erläuterte Liora. „Was dies zu bedeuten hat, daran arbeite ich noch. Und was die technische Seite anbelangt, ich bin selber Ingenieurin, ich kenne mich also bestens damit aus.“, somit brauchte sie die Hilfe von Dr Ketz'lar nicht, was sie durchaus wohl wollen betrachtete.

  • Henry Jones


    "Ähm....okay. Ich bin ja offen für Neues", meinte er und nahm die Tasse entgegen. Dann nippte er vorsichtig daran. Henry versuchte zu verbergen, dass es ihm beim ersten Schluck fast den Mund zusammenzog, so bitter war das. Der Höflichkeit halber nahm er noch einen zweiten, vor allem, weil sie ja gesagt hatte, dass er sich vom ersten Schluck nicht täuschen lassen sollte. Woraufhin er feststellen musste, dass der Tee gar nicht so übel war. Dieser Schluck war milder, fast süßlich.

    "Mmmmh, hat in etwa den Flair von Maronihonig. Zuerst bitter, dann aber doch irgendwie süchtig machend. Ich würde wetten, die Wirkung davon kommt in etwa an den irdischen Kaffee hin.

    Ich kannte mal jemanden, der stand auf Slug-o-Cola. Sie wissen schon, die ferengische Version von Limonade, außer dass das Zeug eine Schnecke als Grundlage hat", meinte er und reichte ihr die Tasse zurück.

    "Wer weiß, vielleicht werde ich ja Fan von Korthrebeeren-Tee, sofern das nicht nur dem Namen nach eine Beere ist?"

    "Oh, nein, so ist das nicht. Die Sache mit dem Erfolg habe ich schon hinter mir, den brauche ich nicht. Es gibt Dinge, die wesentlich wichtiger sind. Und es gibt andere Dinge, die einem das im Laufe seines Lebens verdeutlichen, was wirklich wichtig ist. Mir geht es um das Wissen, nicht um den Erfolg. Und darum, dass das Wissen für gute Zwecke eingesetzt wird.

    "Um ehrlich zu sein, habe ich mir die Paper, die sich über die Borg so angesammelt haben, schon mal angesehen. Aber ich bin gespannt, was Sie so darüber haben.

    Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Ich bringe kurz das Tablett und das was drauf steht zu den anderen und komme dann wieder zurück. Dann werfen wir gemeinsam einen BLick auf das, was wir so haben. "

    Er nahm das Tablett in die Hand. Es schaukelte bedrohlich, aber Henry schaffte es gerade so, dass keine Tasse ins Rutschen kam und auf Lioras Schreibtisch landete. Als er sich umdrehte, blieb er allerdings an der Stuhllehne hängen, welcher zu kippen drohte.

    "Oh, oh, oooh,.... nein!" Reflexartig griff er danach, was aber mit Tablett dem Untergang geweiht war. Mit einem "Klirr" zerschellte die erste Tasse auf dem Büroboden, gefolgt von weiteren Tassen. Wenigstens hielt Henry sein Gleichgewicht und landete nicht auf den Scherben und dem Kaffeesee. Er schaute sich die Bescherung an.

    "Ich...denke, ich besorge wohl eher einen Mob und mache das weg. Und dann folgen wir dem ursprünglichen Plan", meinte er und sah sich kurz zu Liora um.

    "Tut mir leid für die Sauerei. Bin gleich wieder da."

    Und weg war er. Kurze Zeit später tauchte er mit Putzzeug auf und kümmerte sich um seinen Unfall. Nebenbei bemerkte er dann

    "Ach, ich hab über ihren letzten Satz nachgedacht. Wenn es wie Herztöne klingt, warum spielen sie das nicht mal einem Mediziner vor? Ich meine, wir sind noch lange nicht so weit, aber andere fortschrittliche Völker- und dazu zähle ich definitiv die Iconianer-haben vielleicht eine Möglichkeit gefunden, eine natürliche Antriebskraft mit ihrer Technologie zu verbinden."

    "Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat."
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel)

  • Liora


    Liora beobachtete genau, wie Henry den ersten Schluck nahm. Er schlug sich tapfer, stellte sie leicht amüsiert fest. Und als er noch einen zweiten Schluck probierte, empfand sie dies als sehr respektvoll, auch wenn es vielleicht einfach nur seine Neugierde war.

    „Es freut mich, dass es ihnen, nun... kann man sagen geschmeckt hat?“, sie war sich ein wenig unsicher, ob dem wirklich so gewesen war.

    „Der irdische Kaffee ist nicht so meines, aber die Wirkung soll wirklich ähnlich sein. Ich trinke den Tee immer, wenn lange Schichten anstehen.“, sie lächelte kurz.

    „Wenn sie mal einen richtig guten Korthrebeerentee trinken wollen, dann brühe ich ihnen bei Gelegenheit einen aus frischen Beeren und Blättern auf. Ich verspreche ihnen, sie werden den ganzen Tag sehr wach sein.“, es war eine große Geste ihrerseits, dies anzubieten. Sie versuchte so freundlich und wenig abweisend wie möglich zu sein. Dieses Projekt sollte schließlich gelingen, auch wenn ihr diese Smalltalks nicht unbedingt lagen.Und eine warnende Stimme in ihr sagte immer wieder: pass auf, was du sagst, du kannst im Grunde niemandem Trauen.


    Liora hörte Henry weiter zu, als er sprach, dass Erfolg ihm gar nicht mehr so wichtig war. Ihre Augen blieben einen Moment auf Henry haften. Sollte sie ihm das wirklich abkaufen? Die nächsten Tage der Zusammenarbeit würden dies wohl zeigen, sie blieb zunächst skeptisch.

    Und dann kam es zu einem unglaublichen Chaos, genau vor ihren Augen. Es passierte alles so schnell, dass sie gar nicht reagieren konnte. Jedoch kniff sie ihre Augen etwas zusammen. Hatte das jetzt etwas zu bedeuten? Was bezweckte er mit diesem Verhalten? Menschen waren manchmal sehr eigenartige Wesen.

    Aber sie blieb ruhig, atmete tief ein und sagte: „Alles nicht so schlimm, das lässt sich schließlich alles wieder wegwischen. Nur schade um die Getränke.“, sie versuchte ein Lächeln, was ihr nicht wirklich gelang. Dann verschwand Henry auch wieder, um kurz danach wieder in ihr Büro zu stürmen.

    Als er dann beim Aufwischen seine Idee bezüglich der Herzschlages einbrachte nickte sie anerkennend. Sie wurde aus diesem Doktor nicht ganz schlau, aber seine Idee war sehr gut.

    „Ihre Idee klingt plausibel. Dem sollte man in der Tat nachgehen. Dafür arbeiten hier schließlich so viele verschiedene Professionen zusammen. Ich werde dies in die Wege leiten.“, inzwischen war das Chaos wieder beseitigt und Liora atmete auf. Alles hatte wieder seine Ordnung.

    „Aber, wir wollten uns zunächst anschauen, was wir schon haben.“, sie sah Henry auffordernd an und war nun wieder vollkommen im Arbeitsmodus.

  • „Sehr gern, Ma‘am“, erwiderte Henry auf ihren Vorschlag des selbstgebrühten Tees. Und er war nun mal ein verpeilter Typ, aber das wusste Liora ja (noch) nicht.

    Nachdem sie also wieder distanzierter wurde, war ihm klar, dass es an die Arbeit ging.

    Moment, ich hole noch etwas“, meinte er und flitzte nochmals aus ihrem Büro. Wenig später erschien er mit einem PADD in der Hand.

    „Okay, packen wirs an.“ Er schob seine Hemdsärmel nach oben und wartete, was Liora ihm so über den Tisch schieben würde über das, was sie von den Borg so hatten, als er sich davor auf einen der Besucherstühle setzte.

    „Ich gestehe, ich habe bereits einen Blick in bisherige Borgabhandlungen geworfen, die die Föderation so darüber hat. Ich gehe davon aus, dass es so etwas auch vom romulanischen Imperium über die Borg gibt. Vielleicht sind das einfach einzelne Puzzleteile, die wir hier gemeinsam zusammensetzen können.“

    Damit schob er das PADD über Lioras Tisch zu ihr hinüber. Es war ein Angebot, Informationen zu teilen, um gemeinsam weiterzukommen.

    Wahrscheinlich breche ich damit mindestens 5 Regeln und ich käme dafür direkt nach Rura Pente....“, scherzte er, dass er ihr das einfach so in die Hand gab. Aber es war ihm egal. Sie wollten alle dasselbe, nämlich forschen und verstehen. Das ging aber ohne Informationen nicht.

    "Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat."
    (Georg Wilhelm Friedrich Hegel)