Beiträge von Selke

    Ort des Geschehens: Offiziersmesse der Starbase

    Beteiligte Personen: alle Führungsofiziere, Pete Farrell , Morgaine le fay  

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit: 19:12 Uhr ff


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    ###Also war es tatsächlich mein Volk, das den Krieg gegen die Föderation initiiert hat###, dachte Selke und stellte fest, dass sie das nicht einmal überraschte. Sie hatte es ja bereits geahnt, und diese Ahnung basierte darauf, dass sie durch ihren Vater gewusst hatte, dass es sowohl in Regierungskreisen, als auch in Flotte und Geheimdienst Leute gegeben hatte, die sich einen solchen Krieg gewünscht hatten - vorzugsweise mit einem Sieg für das ruhmreiche Romulanische Reich, versteht sich. Doch was einigen Leuten gefiel, hauptsächlich, weil es ihnen selbst einen gewissen Ruf einbringen würde, war oftmals alles andere als gut für das Volk. Die Geschichte hatte dies immer wieder gezeigt. ###Und wenn die ach so schönen Pläne jener sogenannten Führungspersonen dann nicht funktionieren, sucht man nach Sündenböcken, weil man selbst die Konsequenzen nicht tragen will...### Ohne es zu merken, verdüsterte sich Selkes Gesichtsausdruck, als unschöne Erinnerungen hochkamen. Doch auch das währte nur Augenblicke, da sich die Romulanerin schnell wieder unter Kontrolle hatte. ###Immerhin waren nicht alle blind. Wenigstens etwas.###


    "Sie haben mich damit nicht in Verlegenheit gebracht, Commander", sagte Selke ruhig an Farrell gewandt. "Jetzt weiß ich wenigstens, was vorgefallen ist und warum es hier nicht so ganz einfach werden wird." ###Und schlechte Erfahrungen brennen sich nunmal oft stärker ein.### Dass es in dieser Sternenflotte hier einen Romulaner gab, der sogar ein Schiff kommandierte, erstaunte Selke einerseits, andererseits zeigte ihr dieses Beispiel, dass auch sie es schaffen konnte, sich hier Respekt zu verdienen. ###Captain Jaihen von der USS Pandora. Sollte ich mir merken.### Unmittelbar bevor sich Commander Farrell an Soleta wandte, nickte sie Commander Farrell in einer Art und Weise zu, die ihm noch einmal zeigen sollte, dass alles in Ordnung war.


    Als sie den Teil des Gespräches mitbekam, der Commander Rix und ihrem Ego in diesem Universum galt, fragte sie sich, ob das wohl auch auf sie selbst zutraf. ###Ob es hier wohl eine andere Version von mir gibt?### Sie wusste es nicht und war sich auch nicht sicher, ob sie das überhaupt wissen wollte. Und damit gekoppelt kam natürlich die Frage auf, was mit dem Rest ihrer Familie war. Existierte diese noch? War sie ebenso zerstört worden wie in ihrem Universum? Es kostete Selke einiges an Willenskraft, diese Gedanken zu verbannen und sich lieber auf das zu konzentrieren, was hier vor sich ging. Und immerhin war da ja noch Cadet leFay, die recht neugierig schien.



    [Wörter: 393]

    Ort des Geschehens: Offiziersmesse der Starbase

    Beteiligte Personen: alle Führungsoffiziere, Pete Farrell (indirekt), Morgaine le fay  

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit: 19:12 Uhr ff.


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    Der Reaktion der Halbklingonin nach zu urteilen, hatte sie diese eiskalt erwischt. Und ein Teil von Selke nahm das mit einem noch breiteren Grinsen zur Kenntnis, auch wenn sie sich äußerlich nichts davon anmerken ließ. ###Aha, da hat eben jemand bei der Vorstellungsrunde nicht so ganz aufgepasst, wie mir scheint, sonst hätte sie nicht noch einen Blick auf mein Rangabzeichen werfen müssen.### Da leFay laut Commander Farrell die Aufgabe hatte, ihn im Auge zu behalten, schloss Selke, dass die Halbklingonin wohl Sicherheitsoffizier werden wollte. ###Dann hat sie aber noch einiges zu lernen###, dachte Selke prompt. Allerdings war sie selbst von klein auf entsprechend erzogen worden, da ihr Vater davon ausgegangen war, dass sie eines Tages mal in seine Fußstapfen treten würde. Nun ja, ihr Gegenüber war noch in der Ausbildung, also würde sich das im Laufe der Zeit eh noch ändern. Wie sagte man so schön: In der Ausbildung bekommt man das nötige Wissen, im Dienst dann die Erfahrung.


    Noch immer mit einem Lächeln sah sie Cadet leFay an und meinte trocken: "Natürlich dürfen Sie fragen, Cadet leFay. Ich habe die Aufnahmeprüfung für die Ausbildung an der Sternflottenakademie bestanden und dort dann meine Ausbildung gemacht." ###Hach, ich liebe solche Fragen!### dachte Selke und wartete auf eine Reaktion von leFay, während sie wieder am Inhalt ihres Glases nippte. Was auch immer das war, es war ihr persönlich zu süß, half dadurch aber, dass sie nicht zu viel davon konsumieren würde. Sie ließ kurz ihren Blick schweifen, wandte sich aber fast sofort wieder der Kadettin zu, auch wenn sie ihre Ohren spitzte, um trotzdem noch eventuell wichtige Informationen um sich herum mitzubekommen.



    [Wörter: 270]

    Ort des Geschehens: Offiziersmesse der Starbase

    Beteiligte Personen: alle Führungsoffiziere, Pete Farrell , Morgaine le fay  

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit: 19:10 Uhr ff


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    Ensign Selke hörte, nachdem sie auf die Erklärung von Commander Farrell bezüglich des Kriegs zwischen Föderation und Romulanischem Reich reagiert hatte, wieder schweigend zu. Was Soleta sagte, war schlüssig, fand sie. Denn selbst wenn ihre Geschichte bis zum Dominion-Krieg identisch sein mochte, was durchaus sein konnte, zwischen dessen Ende und dem Hier und Jetzt lagen über zwanzig Jahre, und in einer solchen Zeitspanne konnte eine Menge passieren, wovon sie keine Ahnung haben konnten.


    Die Reaktion von Commander Rix allerdings sorgte dafür, dass Selke einen Moment der Atem stockte, doch nicht vor Schreck. Dass die Trill ihr das vollste Vertrauen aussprach, obwohl sie sich erst wenige Tage kannten, traf die Romulanerin absolut unvorbereitet. ###Stellt sie sich gerade schützend vor mich?### Selke bemühte sich darum, sich nichts anmerken zu lassen, doch ein Teil von ihr ahnte, dass ihr das nicht zur Gänze gelang. Sie sah zu ruckartig zur Trill rüber. ###Fvadt! Beim Pokern hätte ich so definitiv keine Chance...### Im Stillen dankte sie der Trill und hoffte, dass sie sich irgendwann dafür würde revanchieren können.


    Während sie auch den Rest von Commander Rix' Erklärung anhörte, begriff die Romulanerin erst so richtig, dass sie es hier wirklich nicht leicht haben würde, wenn gerade erst ein Krieg gegen ihr Volk stattgefunden hatte, zumal sie die dumpfe Ahnung hatte, dass ihr Volk diesen begonnen hatte. ###Das sind nicht gerade rosige Aussichten###, sinnierte sie. ###Und ob man mir hier unter diesen Voraussetzungen überhaupt eine Chance einräumen wird, als Offizier der Sternenflotte zu dienen, kann ich nur hoffen.### Erneut kamen ihr Rix' Worte von vorhin in den Sinn. ###Sie hat sich damit in der Tat für mich eingesetzt, und das, obwohl wir uns noch nicht wirklich kennen.### Selke musterte die Trill kurz. Ein solches Verhalten hatte sie wahrlich nicht erwartet, denn bei ihrem Volk war so etwas alles andere als üblich. Und wenn sich jemand derart für eine andere Person einsetzte, dann nur, weil diese einen gewissen Nutzen darin sah, ein nützliches Werkzeug. Doch bei Rix hatte Selke sofort das Gefühl, dass es ihr tatsächlich um die Person ging, und das erinnerte die Romulanerin prompt wieder einmal an ihren Vater, der in dieser Hinsicht oftmals recht ähnlich gehandelt hatte, obwohl das nicht dem romulanischen Standard entsprach. Zusammen mit dieser Erinnerung kam die Erkenntnis, dass jene, die ihr damals nach dem Leben getrachtet hatten, nun nicht mehr von jenseits der Neutralen Zone würden sehen können, wie sie sich entwickelte und jenes Potenzial entfaltete, dass sie so leichtfertig hatten verschwenden wollen. ###Ich hoffe, wir können die Leute hier überzeugen, mir eine Chance zu geben###, dachte Selke und nippte am Inhalt ihres Glases. ###Leicht wird das nicht, aber wie war das? Nichts Erstrebenswertes war jemals einfach.###


    Während sie gespannt auf die Antwort von Commander Farrell auf Rix' Worte wartete, warf sie noch einmal einen Blick auf diese Kadettin, die sich nun im Hintergrund hielt, dafür aber wirkte, als hätte sie einen Ladestock verschluckt. ###Auffällig unauffällig###, dachte Selke mit einem innerlichen Grinsen. ###Aber verständlich. Als Kadettin plötzlich auf einer solchen Veranstaltung zu sein, kann einen schon ein wenig... einschüchtern. Auch ich fühle mich nicht unbedingt wohl, weil es für mich schlicht und ergreifend ungewohnt ist. Und dann eben ihr Hustenanfall.### Und diese Kadettin folgte ihr mit ihren Blicken noch immer überall hin.


    Selke nahm sich etwas vom Hors d'œuvre, damit ihr Magen sich nicht irgendwann lautstark in die Gespräche einmischte, und schlenderte dann zu Kadettin leFay rüber. "Guten Abend, Cadet leFay, das ist doch Ihr Name?" begann sie mit einem leichten Lächeln. "Mir scheint, ich bin interessant für Sie, so wie Sie mir mit Ihren Blicken folgen." Klar, sie fiel damit gleich mit der Tür ins Haus, aber wer einen so auffällig im Auge behielt, konnte das brauchen. Die Romulanerin war auf die Reaktion der Kadettin gespannt.



    [Wörter: 627]

    =/\= Anfang der Übertragung =/\=


    Statusbericht / Logbuch der U.S.S. Shenzhou / Nummer: 20
    Kommandierender Offizier: Commander Junia Rix
    Eintrag durch: Lieutenant junior Grade Selke
    Sternzeit: 911181.14


    Status des Schiffes: GRÜN
    Position des Schiffes: Starbase 249
    Aktueller Auftrag: Überprüfung des Status
    Diplomatischer Status: GELB
    Personalstatus: CON / CNS / LMO


    Logbuch für die Mission vom: 04.11.2019 bis zum 17.11.2019 ( #2-11 )
    Missionsleiter: Lieutenant Commander Soleta, Lieutenant junior Gade Selke
    Missionsidee: Commander Junia Rix, Commander Valeris Tyler, Lieutenant Commander Soleta
    Missionstyp: Foren RP


    Missionstitel: Initium Novum



    Teilnehmer:
    Commander Junia Rix [KO] (1MP) , Lieutenant Commander Soleta [LWO] (0MP), Lieutenant junior Grade Cameron Mitchell [CI] (1MP), Lieutenant junior Grade Selke [SC] (2MP)


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    Commander Junia Rix [KO] (entschuldigt)

    Commander Valeris Tyler [XO] (entschuldigt)

    Lieutenant Commander Soleta [LWO] (entschuldigt)

    Lieutenant junior Gade Cameron Mitchell [CI] (entschuldigt)

    Ensign Senichi Tanaka [TO] (entschuldigt)


    Gastspieler:


    Commander Pete Farell / Ensign Thetys alias Commander Pete Farell

    Commander T'Reava / CPO Leonova alias Commander Doru | XO > Pandora

    Cadet Saoirse Ronan alias Cadet Saoirse Ronan | Akademie

    Cadet Morgaine leFay alias Cadet Morgaine leFay | Akademie

    Cadet Ethan Balewa alias Cadet Ethan Balewa | Akademie


    Anmerkungen:
    > Cadet Saoirse Ronan absolviert derzeit ihre Testmission.
    > Cadet Morgaine leFay absolviert derzeit ihre Testmission.
    > Cadet Ethan Balewa absolviert derzeit seine Testmission.

    > Commander Junia Rix hat in 14 Tagen 2 Posts geschrieben und war somit die halbe Mission anwesend.

    > Commander Valeris Tyler hat in 14 Tagen 0 Posts geschrieben und kann somit nicht als anwesend gezählt werden.

    > Lieutenant Commander Soleta hat in 14 Tagen 1 Post geschrieben und kann somit nicht als anwesend gezählt werden.

    > Lieutenant junior Grade Cameron Mitchell hat in 14 Tagen 2 Posts geschrieben und war somit die halbe Mission anwesend.

    > Ensign Senichi Tanaka hat in 14 Tagen 0 Posts geschrieben und kann somit nicht als anwesend gezählt werden.


    > Commander Junia Rix hat vom 04.11.2019 bis zum 17.11.2019 (#360) 1890 Wörter im Missionsleben geschrieben. 1890 + 1170 = 3060 Wörter = 1 BP = 1060 Wörter übrig.

    > Lieutenant Commander Soleta hat vom 04.11.2019 bis zum 17.11.2019 (#360) 944 Wörter im Missionsleben geschrieben. 944 + 512 = 1456 Wörter = 0 BP = 1456 Wörter übrig.

    > Lieutenant junior Gade Cameron Mitchell hat vom 04.11.2019 bis zum 17.11.2019 (#360) 534 Wörter im Missionsleben geschrieben. 534 + 903 = 1437 Wörter = 0 BP = 1437 Wörter übrig.

    > Lieutenant junior Gade Selke hat vom 04.11.2019 bis zum 17.11.2019 (#360) 1752 Wörter im Missionsleben geschrieben. 1752 + 507 = 2259 Wörter = 1 BP = 259 Wörter übrig.

    > Cadet Saoirse Ronan hat vom 04.11.2019 bis zum 17.11.2019 (#360) 345 Wörter im Missionsleben geschrieben. 345 + 361 = 706 Wörter.

    > Cadet Ethan Balewa hat vom 04.11.2019 bis zum 17.11.2019 (#360) 1161 Wörter im Missionsleben geschrieben. 1161 + 905 = 2066 Wörter.

    > Die Wörter von Cadet Morgaine leFay konnten nicht gezählt werden.



    Missionsbericht:


    Das Schiff liegt noch immer angedockt an der Starbase, und es wird im Maschinenraum überprüft, inwiefern die Technik der Shenzhou mit der in diesem Universum existierenden kompatibel ist (Warpkern, LCARS, etc.), wobei Cadet Ronan hilft. Auf der Krankenstation hilft mittlerweile Cadet Balewa dem dortigen Personal. Die Führungsoffiziere haben sich an der Luftschleuse in Galauniform getroffen und sind dann gemeinsam zur Offiziersmesse der SB gegangen, wo sie von Commander Farrell begrüßt wurden, der von Cadet leFay begleitet wird.



    =/\= Ende der Übertragung =/\=

    Ort des Geschehens: Offiziersmesse der SB

    Beteiligte Personen: alle Führungsoffiziere, Pete Farrell , T'Reava , Morgaine le fay  

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit: 19:00 Uhr ff


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    Dass Commander Farrell den Führungsoffizieren der Shenzhou jedem persönlich ein Glas reichte, war eine Geste, die Selke gefiel. Gastfreundschaft wurde auch bei ihrem Volk groß geschrieben. Durch die offizielle Vorstellung der Personen um den Stationskommandanten, erfuhr Selke nun auch den Namen der halbklingonischen Kadettin, von der sie kurz zuvor noch so aufmerksam gemustert worden war. ###Damit gibt es nun auch einen Namen zu diesem Gesicht###, dachte Selke prompt. ###LeFay also...### Farrells Anmerkung, dass besagte Kadettin vor allem ihn im Auge behalten würde, hätte die Romulanerin als dezente Warnung verstanden, nicht den eigentlichen Auftrag, den Kommandanten sichernd im Auge zu behalten, zu vergessen - ob diese Anmerkung nun so gemeint war oder nicht.


    ###Fragen? Ja, natürlich haben wir die###, kommentierte Selke in Gedanken die nächsten Worte Farrells. ###Genau wie Ihre Leute auch.### Dann bewies Commander Farrell direkt, dass ihm die Blicke zwischen Cadet leFay und ihr nicht entgangen waren, denn er nutzte diese prompt als Aufhänger. ###Ja, ich bin Romulanerin, das sieht man doch...### schoss es ihr durch den Kopf. Doch sie hörte sehr aufmerksam zu, als er darauf zu sprechen kam, dass es einen erbitterten Krieg zwischen ihrem Volk und der Föderation gegeben hatte und fragte sich, was wohl dazu geführt haben mochte. Sicher, das Verhältnis zwischen Föderation und Romulanischem Reich war auch in ihrem Universum nicht immer das beste gewesen, und gegen Ende des Dominion-Kriegs war das Verhältnis sogar ein wenig besser geworden. Doch seit Gründung der Föderation hatte es bis zum Zeitpunkt ihres Unfalls keinen Krieg zwischen diesen beiden Machtblöcken gegeben, zumindest nicht nach der Etablierung der Neutralen Zone. ###Wer weiß, ob es in unserem Universum nicht auch dazu kommen wird###, dachte sie. ###Aber das werden wir nun nicht mehr erfahren.###


    Die Bemerkung, dass sie es aufgrund all dessen nicht immer leicht haben würde, entlockte ihr ein leicht melancholisches Lächeln, denn leicht hatte sie es bislang auch nicht gehabt. "Ich danke Ihnen für die Vorwarnung, Commander", sagte Selke ruhig und nickte Farrell kurz zu. "Damit werde ich schon zurecht kommen." ###Ist ja nichts Neues für mich, weil auch bei uns viele nur auf meine Herkunft geschaut haben, aber nicht auf das, was mich als Person ausmacht.### Aber so war das nunmal. Die ersten Augenblicke entschieden, in welcher Schublade man landete, und war man da erstmal drin, war es oftmals schwer, die Leute davon zu überzeugen, dass man in dieser Schublade nichts verloren hatte. Selke war dankbar, dass Commander Rix, anders als andere Kommandanten, ihr eine Chance gegeben und sie in ihre Crew geholt hatte.



    [Wörter: 416]

    Ort des Geschehens: Offiziersmesse der SB

    Beteiligte Personen: alle Führungsoffiziere der Shenzhou, Pete Farrell , T'Reava , Morgaine le fay  

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit: 18:59 Uhr ff.


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    Ensign Selke, ganz Sicherheitsoffizier, begutachtete selbstredend nicht nur die Deko, wobei sie von solchem Kram nicht wirklich Ahnung hatte. Sie war Sicherheitsoffizier, kein Innenausstatter. Dabei fiel ihr eine Kadettin auf, die bei einem Blick in Richtung der Offiziere der Shenzhou plötzlich einen Hustenanfall erlitt. ###Man sollte auch nicht versuchen, gleichzeitig zu trinken und zu atmen###, dachte die Romulanerin und sah, wie sich die Kadettin wieder fing. Was ihr dabei jedoch ebenso wenig entging war die Tatsache, dass diese Kadettin anschließend offenkundig sie musterte. ###Hm... Diese Blicke von ihr gelten definitiv mir. Sie mustert mich, und das alles andere als unauffällig. Romulaner scheinen hier demnach echt nicht die Regel zu sein, aber das waren sie bei uns in der Sternenflotte ja auch nicht. Oder sie ist einfach nur unerfahren darin, Personen unauffällig zu mustern.### Da diese Kadettin nicht verbarg, dass sie die Romulanerin von oben bis unten musterte, beschloss Selke, dass es nicht schaden konnte, ihr zu zeigen, dass das nicht unbemerkt geblieben war und erwiderte den Blick.


    ###Ein Mischling, teils menschlich, teils klingonisch, so wie das aussieht###, schoss es Selke durch den Kopf, als sie ihrerseits die Kadettin aufmerksam betrachtete, die ihr wegen des Hustenanfalls aufgefallen war und dann wegen der auffälligen Musterung durch diese. ###Schade, dass die Begrüßung noch nicht gelaufen ist, sonst würde ich jetzt einfach mal hingehen.### Statt dessen sah sie der Kadettin direkt in die Augen und nickte ihr mit einer eleganten Bewegung zu. ###Der Abend könnte vielleicht doch unterhaltsam werden...###



    [Wörter: 245]

    Ort des Geschehens: Korridore der SB --> Offiziersmesse der SB

    Beteiligte Personen: alle Führungsoffiziere der Shenzhou

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit: 18:57 Uhr ff.


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    Ensign Selke bewegte sich an der Seite der übrigen Führungsoffiziere und ihrer Eskorte durch die Korridore der ihnen fremden Raumstation. Immerhin sah alles so aus, wie man es von einer Station der Sternenflotte erwarten konnte. Selke nahm die Einzelheiten ihrer Umgebung in sich auf, und dabei entgingen ihr auch nicht die teils recht misstrauischen Blicke. Sie war sich nur nicht sicher, ob diese misstrauischen Blicke ihnen, also den Führungsoffizieren der Shenzhou, galten, oder vielleicht eher ihr. Dass Romulaner selten gern gesehene Gäste waren, kannte sie ja noch aus ihrem eigenen Universum. In ihr verdichtete sich der dumpfe Verdacht, dass es hier genauso war. Doch damit konnte sie umgehen. Zwar schmerzte das Misstrauen ihr gegenüber bisweilen immer noch, doch sowohl das Misstrauen als auch den bisweilen dadurch aufkommenden Schmerz konnte sie akzeptieren. Ihr war vollkommen klar, dass sie es nie leicht haben würde, sich den Respekt und vor allem das Vertrauen anderer zu verdienen. Doch auch das konnte sie akzeptieren, denn wer hatte behauptet, dass das Leben leicht wäre?


    Die Romulanerin hoffte nur, dass der Abend wenigstens unterhaltsam sein würde. Oder informativ. Oder besser: beides. Vor ihrem geistigen Auge hatte sie plötzlich ein Bild, wie sie mit dem Gesicht voran im Essen landete, weil sie vor Langeweile eingeschlafen war... ###Das fehlte mir noch in der Sammlung###, schoss es ihr durch den Kopf. ###Das wäre eine Blamage für uns. Oder ein wenig dezenter Hinweis für unsere Gastgeber, dass diesem Treffen etwas Würze fehlt...### Das Bild erwies sich als hartnäckig, und ein Teil von ihr grinste innerlich breit, ungeachtet der Tatsache, dass ein solches Szenario nicht gerade für sie sprechen würde. Aber Selke wusste, dass sie sich würde beschäftigen können, um einem akuten Anfall von Langeweile vorzubeugen. Dafür war sie einfach zu neugierig. Zudem würde sie versuchen, so viele Informationen wie eben möglich zu gewinnen.


    Als sie schließlich den Raum erreichten, in dem das Essen stattfinden sollte, wusste Selke dann jedoch nicht, was sie davon halten sollte. Der Raum war dekoriert worden, was ja auch in Ordnung war, doch sie empfand die Deko als übertrieben. ###Nun gut, jeder so, wie er will###, dachte die Romulanerin und beäugte die Blumengestecke. ###Ist nur irgendwie beinahe schon lächerlich angesichts der Tatsache, dass jede Seite unauffällig Informationen sammeln will unter dem Deckmäntelchen eines ungezwungenen Essens in der Hoffnung, dass die jeweils anderen sich vielleicht verplappern.### Doch nach außen hin zeigte sie nicht, was in ihrem Kopf vorging. Sie wusste, was Commander Rix erwartete, und als Sicherheitschefin würde sie ihr bestes geben, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden. ###Also, wie hieß das doch gleich so schön? It's showtime!###



    [Wörter: 430]

    Ort des Geschehens: Luftschleuse --> Starbase 249 Omega

    Beteiligte Personen: alle Führungsoffiziere

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit: 18:42 Uhr ff.


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    Als sie sich der Luftschleuse näherte, sah Ensign Selke, dass Commander Rix und Lieutenant Taylor bereits dort waren und miteinander sprachen. Beide trugen Galauniform, und die Romulanerin kam nicht umhin festzustellen, dass die beiden gar nicht schlecht darin aussahen. ###Darin gut auszusehen ist das Eine###, dachte sie und kämpfte den Drang nieder, erneut am Kragen herum zu zupfen. ###Sich in diesen Dingern wohl zu fühlen eine ganz andere...### Gemessenen Schrittes näherte sie sich den beiden und stellte fest, dass Taylor sie bereits bemerkt hatte, denn er grüßte sie freundlich. "Captain, Lieutenant." Selke nickte beiden so würdevoll zu, wie der zunehmende Drang, den Kragen zurecht zu zupfen, es zuließ.


    Commander Rix musterte die romulanische Sicherheitschefin und Selke bekam zu hören, dass ihr diese Uniform stand. Und dem Blick der Trill sowie ihrem Lächeln nach zu urteilen, war dies auch vollkommen ernst gemeint. Es mochte nur eine Kleinigkeit an diesem verkorksten Tag sein, doch irgendwie fühlte sich Selke gleich ein klein wenig besser. "Danke, Captain", meinte sie mit einem leichten Lächeln, das sich auch in ihren grüngrauen Augen spiegelte. "Dieses Kompliment gebe ich gerne zurück." Und das meinte auch sie absolut ernst. In dieser Uniform war Rix aus ihrer Sicht ein wahrer Blickfang.


    Als dann alle Führungsoffiziere beisammen waren, gab Commander Rix noch einmal eine kurze Erklärung ab, was sie von ihnen erwartete, und Selke hörte dem sehr aufmerksam zu. Es stimmte, an diesem Essen mochte eine Menge hängen. Auf jeden Fall mochte es Einfluss darauf haben, wie sich ihre Zukunft hier gestalten würde. Die Romulanerin konnte die Sorge ihres Captains nachvollziehen. Im Grunde hatte sie selbst schon einmal vor einer sehr ähnlichen Situation gestanden. Es war für sie wie ein déja-vu, und dieses Gefühl mochte sie gar nicht, doch da musste sie jetzt durch. Noch einmal, und so unauffällig wie möglich, zupfte sie ihren Kragen zurecht. ###Kann dieses elende Mistding nicht einfach mal so bleiben, wie ich das gerne hätte?### Nein, natürlich nicht. Nur Sekunden später hatte der Kragen wieder die vorherige Position eingenommen und schien sie zu verspotten.


    Dann war es soweit. Die Schleuse öffnete sich, und Commander Rix schritt voran. Ensign Selke folgte mit den übrigen Führungsoffizieren der Shenzhou und beschloss, sich so offen wie möglich auf diesen Abend einzulassen, auch wenn sie, typisch Romulanerin, eine gewisse Wachsamkeit selbstredend beibehalten würde. Es kam darauf an, die richtige Mischung zu finden und Selke hoffte, dass ihr das gelingen würde.



    [Wörter: 400]

    Ort des Geschehens: Gänge der Shenzhou

    Beteiligte Personen:

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit: 18:42 ff.


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    Ensign Selke marschierte raschen Schrittes durch die Gänge der Shenzhou, denn sie wollte auf gar keinen Fall zu spät an der Luftschleuse eintreffen. Doch wieder einmal landete die Romulanerin nicht da, wo sie hin wollte. "Was zum..." Sie stutzte, als sie vor einer Tür stand, die dort ihrer Ansicht nach nicht sein sollte. "Besenkammer? Verdammt! Wo bin ich denn diesmal falsch abgebogen?" Mit einem deftigen, romulanischen Fluch auf den Lippen, der so gar nicht zum geschniegelten Äußeren passen wollte, eilte sie den Weg zurück, den sie gekommen war. Und so erkannte sie auch ihren Fehler. ###So ein Mist! Hier hätte ich eben nach links gemusst, nicht nach rechts...###


    Jetzt endlich auf dem richtigen Weg, beeilte sie sich noch ein wenig mehr und fluchte in Gedanken hingebungsvoll weiter darüber, dass sie die Deckspläne noch immer nicht so gut im Kopf hatte, dass sie sich nicht mehr verlief. Und das, obwohl sie sich alle Mühe gab, diese endlich sicher zu verinnerlichen. Aber es war, wie es war. Sie war nunmal erst den dritten Tag an Bord. ###Elemente, ist das wirklich erst der dritte???### Da durfte man sich ja wohl noch mal an Bord verlaufen. Allerdings widersprach das ihren eigenen Ansprüchen. Vielleicht legte sie die Messlatte für sich auch zu hoch. Egal.


    Bevor sie um die letzte Ecke bog, drosselte die Romulanerin ihr Tempo, um nicht eiligen, sondern gemessenen Schrittes an der Luftschleuse anzukommen. Unbewusst zupfte sie am Kragen ihrer Galauniform herum. ###Wer auch immer diese Dinger entworfen hat, gehört bestraft###, dachte sie und zwang sich dazu, ihre Finger endlich vom Kragen zu lassen.



    [Wörter: 261]

    Ort des Geschehens: Brücke --> Selkes Quartier

    Beteiligte Personen: alle auf der Brücke

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit:18:28 Uhr ff.


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    Sie hatte recht gehabt, denn Commander Rix kam zusammen mit Commander Valeris und Commander Soleta tatsächlich schon wenig später aus dem Bereitschaftsraum. Die Romulanerin erhob sich geschmeidig und überreichte Commander Rix das PADD mit dem Bericht. Dass dieser der Trill nicht gefallen würde, war zwar nur eine Vermutung, jedoch eine berechtigte. Selke gefiel der Inhalt auch nicht, doch die Dinge waren nunmal so, wie sie aktuell waren, und sie hielt nicht viel davon, diese mit netten Worten aufhübschen zu wollen. Am aktuellen Zustand würden hübsche Worte sowieso nichts ändern. Also hatte sie es gelassen.


    Die Romulanerin versuchte, den Gesichtsausdruck von Commander Rix zu deuten, doch dieser offenbarte ihr nichts. ###Sie hat sich gut im Griff. Da kann ich mir noch die sprichwörtliche Scheibe von Abschneiden.### Sie war inzwischen beiseite getreten und nahm, ebenso wie alle anderen, die schiffsweite Durchsage des Captains zur Kenntnis. ###Also ist es soweit. Auf auf zum gemütlichen Beisammensein, das kein gemütliches Beisammensein ist.### Da sie nun wegtreten sollten, tat Selke nun auch genau dies und begab sich zu ihrem Quartier, um sich schnell umzuziehen.


    Dort angekommen, stellte sie fest, dass das Quartier aussah, als wäre eine Bombe eingeschlagen. Alles lag kunterbunt durcheinander, ihre Sachen hatten sich fröhlich mit denen ihrer Zimmergenossin Parva vermischt. Selke seufzte und kämpfte gegen den Drang an, erst einmal alles auseinander zu sortieren und aufzuräumen, denn dafür hatte sie jetzt einfach keine Zeit. Statt dessen stieg sie über diverse Sachen, die überall auf dem Boden verteilt lagen, hinweg zu ihrem Schrank und holte ihre Galauniform heraus. So dankbar sie war, die reichlich mitgenommene Uniform auszuziehen, die sie den ganzen Tag über getragen hatte, doch die Galauniform... ###Verdammt, wer hat diese Dinger nur entworfen?### dachte sie und versuchte, die Uniform dazu zu überreden, endlich so zu sitzen, dass sie nicht ganz so ungemütlich war, doch die Galauniform hatte wohl andere Pläne. Als Sicherheitsoffizier mochte sie es, wenn sie sich frei und ungezwungen bewegen konnte, doch in dieser Uniform fühlte sie sich, obwohl diese die richtige Größe für sie hatte, wie eine Wurst in der Pelle. Mit einem abgrundtiefen, und diesmal auch deutlich hörbaren Seufzen, befestigte die Romulanerin ihre Rangabzeichen am Kragen und begutachtete im Spiegel ihr Werk. Sie zupfte noch ein wenig an der Uniform herum, bis sie endlich zufrieden war, huschte ins Bad und suchte ihren Kamm, den sie natürlich nicht fand. Dafür aber den ihrer Zimmergenossin. ###Verzweifelte Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen...### Mit Parvas Kamm bändigte sie ihre Haare, dann noch ein letzter Blick in den Spiegel. ###Ja, so geht es. Und hätte ich mehr Zeit, und sähe es hier nicht wie nach einem Bombenangriff aus, könnte ich noch ein optisch besseres Ergebnis erzielen.### Doch mit einem Schulterzucken musste sie akzeptieren, dass dieses Ergebnis genügen musste.


    Noch ein letztes Zupfen an ihrer Galauniform, dann machte sich Ensign Selke raschen Schrittes auf den Weg zur Luftschleuse, denn sie wollte auf gar keinen Fall zu spät erscheinen.



    [Wörter: 483]

    Ort des Geschehens: Brücke

    Beteiligte Personen: alle auf der Brücke

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit: 18:26 Uhr


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    Ensign Selke saß im Kommandosessel und schrieb dort auf ihrem PADD weiter an ihrem Bericht. Sie hatte überlegt, wie sie die ganzen Sachen am Besten formulieren sollte, doch es gab einfach keine Möglichkeit, die Dinge schön zu reden. Und sinnlos wäre dies obendrein auch noch gewesen. Also fasste sie sachlich alles zusammen, was vorgefallen war, auch die aktuellen Daten packte sie dazu und garnierte das mit den letzten Informationen aus der Krankenstation bezüglich den Lieutenants Shras und Ral. Als sie fertig war und den Bericht abgeschickt hatte, schloss sie einen Moment die Augen. Es war ein langer Tag gewesen, und dennoch stand ihnen gleich noch eine Sache bevor, nämlich das Essen auf der Station.


    Die Romulanerin war zwar einerseits froh, dafür endlich aus der heute recht mitgenommen wirkenden Uniform heraus zu kommen, doch dafür in die Galauniform schlüpfen zu müssen, war auch nicht gerade das, wonach ihr jetzt war. Und doch sollten sie diese Veranstaltung als Erstkontakt werten, und da gehörte die Galauniform nunmal dazu. Sie öffnete ihre grüngrauen Augen wieder und ließ ihren Blick kurz über die Brücke schweifen.


    ###Das wird hoffentlich interessant###, dachte sie und unterdrückte mit Mühe ein Gähnen. Ihren Magen konnte sie damit jedoch nicht zum Schweigen bringen. Sie hoffte inständig, dass niemand das mehr oder minder leise Knurren gehört hatte. ###Ruhe da unten! Gleich gibt es hoffentlich was zu essen. Und hoffentlich schaffe ich es dann, nicht wie ein ausgehungerter Syrinx darüber herzufallen...###


    Selke vermutete, dass dieses Essen nicht nur dazu dienen würde, ein wenig höflich miteinander zu plaudern, auch wenn es wohl diesen Eindruck erwecken sollte. Sie vermutete viel mehr, dass man die Gelegenheit nutzen wollte, auf unauffällige Art und Weise an Informationen zu gelangen. ###Nicht, dass wir nicht ebenfalls versuchen würden, im Gespräch vielleicht an für uns nützliche Informationen zu gelangen, um unsere Situation besser einschätzen zu können.### Sie kaute leicht auf ihrer Unterlippe. Schon wieder. ###Beide Seiten tun so, als wäre dies ein ganz normales Essen mit höflichem Geplauder, und doch sind beide Seiten auf Informationsgewinnung aus. Ich fühle mich fast wie zuhause...###


    Da die beiden Führungsoffiziere der Station bereits gegangen waren, konnte es nun nicht mehr lange dauern, bis Commander Rix ihren eigenen Führungsoffizieren den Befehl geben würde, sich in die Galauniformen zu werfen und sich zur Luftschleuse zu begeben. Unauffällig sah sie Richtung Bereitschaftsraum und hoffte, dass Commander Soleta ihrem Captain nicht noch weitere Hiobsbotschaften hatte überbringen müssen. Dieser Tag hatte davon schon genügend gehabt.



    [Wörter: 405]

    Ort des Geschehens: Brücke

    Beteiligte Personen: alle auf der Brücke

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit: 18:20 Uhr ff.


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    Ensign Selke hätte nicht gedacht, dass die Logbücher derart faszinierend sein könnten, dass Ensign Tanaka auf ihre Worte so gar nicht reagierte, doch offenbar war seine Konzentration vollkommen auf den Inhalt der Logbücher gerichtet. ###Auch gut###, dachte die Romulanerin. ###Immerhin liest er tatsächlich nur die Logbücher, zumindest bis jetzt. Ich hoffe, das bleibt so.### Da ihr Gast offenkundig gut zurecht kam, begab sie sich zu ihrer eigenen Station und ging die Meldungen durch, die inzwischen dort eingegangen waren, darunter auch eine aus der Krankenstation, bei der es sich um ein kurzes Update über den Zustand der Lieutenants Shras und Ral handelte. Der Andorianer Shras würde definitiv noch mindestens für drei Tage auf der Krankenstation zu Gast bleiben, da man ihn unter Beobachtung halten wollte. Seine Werte waren teilweise jenseits von gut und böse gewesen, und der Grund dafür war bislang noch immer nicht geklärt, aber zumindest war er wieder weitestgehend stabil. Anders sah das mit Lieutenant Ral aus. Der Zustand des Tellariten, der ursprünglich der Sicherheitschef der Shenzhou gewesen war, war mehr als kritisch. Dem kurzen Bericht zufolge war er inzwischen mehrmals reanimationspflichtig gewesen. Selbst Selke, die außer den üblichen Kenntnissen in Erster Hilfe keine große Ahnung von Medizin hatte, wusste, dass das nicht gut war. Mit einem Seufzen schloss sie die Meldung. Sie wollte gerade damit beginnen, einen Bericht zu verfassen, um die Schiffsführung komprimiert auf den aktuellen Stand in Sachen Taktik und Sicherheit zu bringen, als die Stimme von Commander Soleta ihre Gedanken unterbrach. Die Romulanerin hatte zwar irgendwo am Rande mitbekommen, dass die Vulkanierin offenbar mit jemandem aus ihrer eigenen Abteilung sprach, mehr aber auch nicht. Doch offenbar war etwas in diesem Gespräch übermittelt worden, was die LWO dazu bewog, Richtung Bereitschaftsraum zu gehen - und ihr die Brücke zu überlassen.


    Ensign Selke versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, doch sie hatte schlagartig das Gefühl, in eiskaltes Wasser geworfen zu werden. Als sie Soleta ansah und ihr bestätigend zunickte, waren ihre Pupillen, ohne dass sie selbst es merkte, entsprechend ein wenig geweitet. "Verstanden, Commander", sagte sie nur und griff sich ein PADD, bevor sie den Platz im Kommandosessel einnahm. Ihr wurde heiss. Hatte sich ihr Vater wohl auch so gefühlt, als er zum ersten Mal auf diesem Platz gesessen hatte? Sicher, es würde nur für Minuten sein, aber ein wenig mulmig war ihr gerade schon. Sie atmete tief durch und begann damit, den endlich diesen Bericht zu schreiben.



    [Wörter: 400]

    Ort des Geschehens: Bereitschaftsraum --> Brücke

    Beteiligte Personen: Junia Rix , Valeris , Pete Farrell , T'Reava , Senichi Tanaka  

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit: 18:15 Uhr ff.


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    Nach der Frage von Commander Valeris gab Commander Farrell eine recht ausführliche Antwort, die in der Tat einige Optionen auflistete. Doch da sie nicht aus diesem Spiegeluniversum stammten, würden ihnen diese erspart bleiben. Da war sich Ensign Selke ziemlich sicher. Doch es war gut zu wissen, welche Optionen es gegeben hätte. Dass er im Grunde die Lage nur sondieren sollte, nahm sie als Zusatz zur Kenntnis. Die letzten Worte von Commander Farrell ließen die Romulanerin dann jedoch leicht schmunzeln. ###Also kein Leckerli für das Erschrecken von Leuten?### Dann kam ihr ein Gedanke. ###Eigentlich wäre dieses possierliche Tierchen nützlich, um Sicherheitssysteme in Hinsicht auf ihre Tauglichkeit bei Eindringlingen zu testen... Der kleine Racker hat zumindest das sehr erfolgreich geschafft.### Ungewollt kam ihr ein weiterer Gedanke. ###Entsprechend abgerichtet sind solche Wesen vielleicht sogar geeignet, gegnerische Bastionen zu infiltrieren. Das würde sie sowohl nützlich als auch zu einer Gefahr machen. Zumindest in den falschen Händen. Nur wer bestimmt, wessen Hände die falschen sind...?### Sie seufzte innerlich. Da schlug eindeutig wieder einmal ihre Erziehung durch.


    Als Commander Rix ihr den Befehl gab, wegzutreten und lieber wieder Ensign Tanaka zu helfen, hob die Romulanerin zwar kurz eine Augenbraue, nickte dann jedoch und sagte nur ruhig: "Verstanden, Captain." Immerhin war Rix nicht allein. Commander Valeris war ja auch noch da, und im Zweifelsfall war sie mit den anderen Sicherheitsoffizieren ja nicht weit weg. Doch sie bezweifelte, dass Commander Farrell Ärger machen wollte oder gar würde. Also verließ sie ohne Umschweife den Bereitschaftsraum und kehrte auf die Brücke zurück, wo Ensign Tanaka noch immer an der ihm zugeteilten Station saß und die Logbücher studierte. Selke gesellte sich wieder zu ihm. "Verzeihen Sie, dass ich vorhin nicht auf Ihre Antwort gewartet habe, doch Sie haben den Alarm ja mitbekommen. Da musste ich mich drum kümmern." Sie sah ihn ruhig an. "Also, wie kommen Sie voran? Kommen Sie mit dem aus Ihrer Sicht veralteten System zurecht, oder benötigen Sie Unterstützung?"



    [Wörter: 321]

    Ort des Geschehens: Bereitschaftsraum

    Beteiligte Personen: Junia Rix , Valeris , Pete Farrell , T'Reava  

    Datum: 29.06.2399 Uhrzeit: 18:11 Uhr ff.


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    Während Ensign Selke ruhig auf ihrem Posten an der Tür des Bereitschaftsraumes stand, hörte sie sich aufmerksam die Erklärung von Commander Farrell zu seinem Haustier an und beachtete dabei auch seine Körpersprache, soweit dies möglich war. ###Was, bei allen Elementen, ist ein Ozeval?### fragte sich Selke, die noch nie von einem solchen Wesen gehört hatte. Andererseits, sie war schließlich kein wandelndes Lexikon und nicht verpflichtet, alles zu wissen. Aber dass dieses Wesen es geschafft hatte, sich unbemerkt an Bord zu schleichen und erst bemerkt wurde, als es bereits hier im Bereitschaftsraum gewesen war, fand die Romulanerin beunruhigend. Mochte Commander Farrell auch behaupten, dass es harmlos war, solange niemand seinem Frauchen etwas antun wollte, es war eine wilde Kreatur, und Selke vertrat die Ansicht, dass eine solche immer ein wildes Wesen bleiben würde. ###So ein Wesen als Haustier zu halten, heißt, dem Chaos Tür und Tor zu öffnen###, dachte sie. ###Und ein lebender Lügendetektor soll es auch noch sein?Interessant...###


    Selke entging nicht, dass auch Commander Rix skeptisch war, was die Erklärung ihres Gastes betraf. Doch die Trill hatte recht: Es war jetzt nun mal so, und es gab Wichtigeres, um das sie sich nun kümmern mussten. Wie zum Beispiel die Frage, was nun aus ihnen allen werden sollte. Der Satz 'Die Shenzhou ist nun die Heimat von über achthundert Seelen' hallte noch immer in Selkes Gedanken nach. Sie hatte gehofft, dass dieses Schiff ihre neue Heimat werden würde, nachdem sie ihre ursprüngliche Heimat durch den Verrat an ihrer Familie verloren hatte, aber doch nicht so! Die Romulanerin verspürte den sprichwörtlichen Stich ins Herz, als ungewollt Erinnerungen in ihr hoch kamen. Sie hoffte, dass man ihr nicht ansah, dass dem so war, und sie zwang ihre Gedanken mit einer großen Willensanstrengung zurück ins Hier und Jetzt.


    Und das war gut so, denn so konnte sie Farrells Ausführungen folgen. Er zeigte Möglichkeiten auf, und die klangen für die Romulanerin recht vernünftig, auch wenn ziemlich viele Wenns darin enthalten waren. Die aber würden sich in Luft auflösen, wenn die Dinge geklärt waren, die geklärt werden mussten. Doch eines störte die Romulanerin: Er ging nicht auf das ein, was geschehen würde, wenn die Unterschiede zu groß waren. Doch diese Frage wurde kurz darauf von Commander Valeris gestellt, die zudem Commander Farrells Haustier offenbar gut im Blick behalten und versucht hatte einzuschätzen, was es wollte.



    [Wörter: 390]